Freitag, 18. Januar 2008
Autonomes Lernen
Aufagabe 3:
Beim Angebot des Huber-Verlags geht es weniger um Autonomie als um Formen selbstgesteuerten Lernens. Schaut man sich die Definition von Schmelter an: "Autonomie kann verstanden werden als Fähigkeit des Menschen, selbständig für einen bestimmten Lerngegenstand und/oder für ein bestimmtes Lernziel eine Lernhandlung entwerfen, durchführen und evaluieren zu können", so stellt man fest, dass bei einem solchen Online-Fernlernangebot mit Tutor natürlich keine Rede davon sein kann, dass ein Lerngegenstand selbst entworfen wird: Dieser wird durch die vom Verlag gestellte Online-Lernumgebung beziehungsweise das Angebot vorgegeben. Es ist damit auch nicht selbstorganisiert, weil "auf fremdgesteuerte Ressourcen" zurückgegriffen oder sich in "fremdbestimmte Lernzusammenhänge" begeben wird. Autonomie bezieht sich hier mehr auf eine räumliche und zeitliche Autonomie des Kunden von traditionellen Institutionen beziehungsweise eine freihere Wahl im Hinblick auf seine Präferenzen. Selbstgesteuert ist das Lernen jedoch insofern, als dass es "(in hohem Maße) aus genuinen Interessen und Bedürfnissen der lernenden Personen hervorgeht". Zudem verweisen Schmenk und Schmelter auch darauf, "dass auch in fremdgesteuerten Kontexten selbstgesteuert gelernt werden kann". Inwieweit "selbstregulierendes Lernen" stattfindet, hängt sicher individuell von der Lernumgebung, den Aufgaben etc. ab. Zum einen muss jemand, der aus eigener Initiative Online-Sprachkurse besucht, eine hohe Motivation mitbringen und, um erfolgreich zu sein, auch über gewisse Strategien verfügen. Andererseits ist es Aufgabe des Online-Tutors, ihn dabei zu unterstützen, ihn zu motivieren und ihm Strategien zu vermitteln - was dann aber eine "Fremdregulierung" darstellt.
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