Samstag, 5. Januar 2008

Zu kooperativem Lernen, Aufgabe 2:

Die Gegenüberstellung ist in der Tat sehr plakativ und in dieser Form übertrieben. Sie stellt auf der einen Seite eine Idealform der Gruppenarbeit unter dem Begriff "kooperatives Lernen" dar, während sie unter dem Schlagwort der "herkömmliche Gruppenarbeit" alle Probleme aufzählt, die diese Sozialform mit sich bringen kann. Man hat hier ein wenig den Eindruck, dass "kooperatives Lernen " auch so etwas wie ein pädagogischer Modebegriff ist, der Gruppenarbeit mit dem Prädikat der lernpsychologischen Wissenschaftlichkeit zum neuen Allheilmittel im Hinblick auf die Vermittlung der ebenso pädagogisch modischen "social skills" erhebt. Dabei wird vergessen, dass das, was hier auf der Tabellenseite des kooperativen Lernens beschrieben wird, Kompetenzen bei LehrerInnen wie SchülerInnen voraussetzt, die auch erst einmal erlernt werden müssen: Funktionierende Gruppenarbeiten sind auch ein Lernprozess: Lernende, die nie damit konfrontiert waren, werden diese Prinzipien ebensowenig auf Anhieb umsetzen können wie Lehrkräfte, die bislang nur auf traditonelle Methoden gesetzt haben. Diese Gegenüberstellung ist problematisch, weil sie suggiert, dass man eine Gruppenarbeit nur als "kooperatives Lernen" ausgeben muss, und dann tritt keines der in der linken Hälfte angesprochenen Probleme auf. Das ist natürlich Unsinn,
diese Probleme werden genauso auftreten, wenn eine Lerngruppe nicht mit dem Prinzip der Gruppenarbeit bzw. des kooperativen Lernens vertraut ist. Wenn das kooperative Lernen in der beschriebenen Form einmal funktioniert, dann mag eine solche Gegenüberstellung zu nicht durchdachter Gruppenarbeit im traditonellen Sinne ihre Berechtigung haben.

1 Kommentar:

anche_gurmanche hat gesagt…

Deine kritische Ansicht über die Gegenüberstellung beider Begriffe fand ich nachdenklich.Denn ich muss zugeben, ich habe mich mit den in der Tabelle vorgegebenen Unterschieden zw. der "herkömmlichen Gruppenarbeit" und dem "kooperativen Lernen" ohne starke kritische Betrachtung gegenueber dem Vorzug der einen Unterrichtsform beschäftigt. Vll. ist eine stärkere Kritik in diesem Fall mehr sinnvoll.