- Als Portfolio, also im Sinne einer Dokumentation eines Lernfortschritts/Lernvorgangs
- Als Begleitung zur Lektüre einer Ganzschrift im Literaturunterricht, z.B. eines Romans: Persönliche Eindrücke zum gerade Gelesenen ( ggf. auch in Verbindung mit einem konkreten produktiven Auftrag (z.B. Tagebuch aus Sicht eines/r ProtagonistIn)
- Als Plattform für persönliche Kommentare zu kontroversen Themen, die zu Stellungnahmen herausfordern.
- Als Möglichkeit für schriftliche (Haus-)Aufgaben, in denen Meinung ausgedrückt wird oder die einen kreativen bzw. produktionsorientierten Hintergrund haben. Alle können dann diese Beiträge lesen, kommentieren, gleichzeitig wird durch die Verwendung dieses "Tools" die Medienkompetenz erhöht, die "technische" Umsetzung wie auch einzuhaltende Regeln beim Kommentieren von Beiträgen.
- Es sollte ein Sinn erkennbar sein (bzw. Aktivitäten stattfinden), warum das elektronische Medium hier besser geeignet ist als das konventionelle Schreiben in einem Heft (z.B. das Kommentieren, konkrete Handlungen im Unterricht, die nur durch die Verfügbarkeit für alle möglich werden, das Öffenliche des Blogs auch für andere Lernende, Klassen, ggf. auch Austauschpartner in anderen Ländern etc.). Sonst werden elektronische Medien zum Selbstzweck und Lernende erkennen nicht ihren möglichen Vorteil (und ggf. auch ihre Nachteile) gegenüber konventionellen Medien.
- Für mich entscheidend: Lernende sollten im Blog nur zum Schreiben von Inhalten angehalten werden, die eine persönliche Relevanz für den Lernenden haben, wo er/sie also explizit seine/ihre persönliche Meinung, Gefühle, etc. zu einem Gegenstand äußert, weil dies dem Medium eines solchen elektronischen "Tagebuchs" am ehesten entspricht. Das Blog sollte nicht der Ort sein, wo z.B. Aufgaben wie Zusammenfassungen von Texten veröffentlicht werden, denn solche den Lernenden wenig miteinbeziehenden Aufträge entsprechen nicht der Idee dieses "Werkzeugs" und könnten daher eine negative Einstellung zu "Blogs"bewirken.
Freitag, 14. Dezember 2007
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Ich finde die Korrektur gut, allerdings muss klar sein, dass das Schreiben von Wörter in Großbuchstaben keine Missverständnisse hervorruft (ich habe keine Erfahrung mit Chatten, aber in einem Seminar wurde einmal bemerkt, dass Großbuchstaben im Chat anschreien bedeuten). Ansonsten ist es gut, dass der Tutor den Satu aufgreift und in richtiger Form wiederholt. Dass der Lernende mit dieserKorrektur zufrieden ist, geht aus seiner Reaktion hervor. Es scheint hier ein Konsens bzw. eine Absprache zu herrschen, dass wichtige Fehler korrigiert werden.
- der Lehrende in einer Präsenzsituation befindet sich in einer "face to face"-Situation, er kann sowohl mittels seiner Stimme, seinem Auftreten und non-verbalen Kommunikationamitteln Einfluss auf die Lernenden nehmen, ebenso kann er am Verhalten der Lernenden, an deren Stimme und non-verbnalen Kommunikationsverhalten, an der Lernatmosphäre etc. direkt feststellen, was geschieht und darauf reagieren. Die Kommunikationssituation bei einer Online-Tutorierung ist eine andere, weil sich die Kommunikation auf geschriebene Sprache reduziert, in welcher es schwieriger ist, solche atmosphärischen Dinge festztustellen. Außerdem ist die Kommunikation in der Regel nicht synchron, sondern zeitversetzt, selbst im Chat ist dies nicht das gleiche wie bei einem "echten" Gespräch. Dies bedeutet für den Tutor, teilweise andere Strategien anzuwenden. So muss er sehr viel mehr Anstrengungen anwenden, die TeilnehmerInnen zum Lernen zu motivieren, weil die Gefahr des "Abspringens" sehr viel größer ist als bei persönlichem regelmäßigen Zusammentreffen. Der Tutor bzw. die Tutorin muss stärker als eine Präsenzlehrkraft versuchen, Lernende zu Kommunikation auch untereinander zu motivieren, entsprechende interessante Themen und Fragen in den Raum stellen usw. Dabei kann er/sie u.U. bewusst vom Vorteil profitieren, das Lernende, die sonst eher scheu sind und nicht gerne vor Gruppen sprechen, zum Reden im virtuellen Raum anhalten. Im Hinblick auf die in Aufgabe 3 beschriebenen "vier ideal-typische Rollen von
Online-Lehrenden beschrieben" sehe ich tendenziell die letzten beiden ("Facilitator" und "Moderator") als die wichtigeren an, weil diese mehr motivationale bzw. zwischenmenschliche Tätigkeiten ansprechen, die bei einer reinen Online-Kommunikation besonders wichtig sind. "Experte" und "Wissensvermittler" muss ein Lehrender (und das ist ein Tutor ja auch) ohnehin sein.
Freitag, 2. November 2007
Einschätzung Sprachniveau
Ich bin Doris. Ich bin 19 Jahre Alt. Ich mag Schnitt-Schul-Laufen sehr. Ich interessiert mich für alle Kultur. Darum will ich immer Reise machen und neue Freunde kennen learnen. Wenn ich Zeit habe, gahe ich oft mit meine Freunde ins Kino oder in Diskoteke.
Nächsten Jahr fliege ich nach Deutschland, in dem für ein Jahr studieren. Deshalb möchte ich mehr über Deutschland lernen, zum beispiel, die Politik.
Zunächst einmal ist die Tutee offensichtlich in der Lage, einfache Dinge verständlich auf Deutsch auszudrücken. Auch ist ihr die Anwendung grundlegender grammatischer Strukturen, zum Beispiel das bilden von Nebensätzen mit korrekter Stellung des Verbs, möglich. Einige Fehler, die sich hier finden, verweisen allerdings auf das noch relativ frühe Lernerstadium. Ein solcher Hinweis ist zum Beispiel die falsche Verwendung der Person bei „interessiert“, was aber natürlich auch ein Flüchtigkeitsfehler sein kann. Mit dem erweiterten Infinitiv zu Beginn des zweiten Abschnitts hat die Tutee eine Konstruktion gewählt, die ihre grammatische Kompetenz noch überfordert, und zwar weniger wegen dem fehlenden zu als wegen der hier so nicht möglichen Präposition bzw. Determinativ. Dennoch ist klar, was sie sagen will, und das ist zunächst als positiv hervorzuheben. Insgesamt ist mein Eindruck, dass die Lernerin im Hinblick darauf, dass sie seit einem Jahr Deutsch lernt, ein als positiv einzuschätzendes, in jedem Fall angemessenes Stadium erreicht hat. Man kann sie verstehen, sie kann weitgehend korrekte Sätze bilden, der Wortschatz scheint auch eine gute Basis zu haben.
Etwas erschwert bzw. relativiert wird die Einschätzung jedoch durch die Tatsache, dass die E-mail sehr kurz ist und man ja auch nicht weiß, wie lange sie daran schrieb bzw. welcher Hilfsmittel sie sich bediente.
Erwartungen
Im Hinblick auf die tatsächliche Praxis mit DaF-FremdsprachelernerInnen, die (wahrscheinlich) noch nie in Deutschland waren, erhoffe ich mir, durch den Austausch etwas über die Tutees in China zu erfahren, zudem möchte ich natürlich ausprobieren, wie man interessante Gesprächsthemen bei einer solchen Kommunikation findet, wie man die Lernenden sinnvoll korrigieren kann, ohne sie zu sehr mit Grammatik zu gängeln usw.