Freitag, 14. Dezember 2007

Einsatz von Blogs im FSU

  • Als Portfolio, also im Sinne einer Dokumentation eines Lernfortschritts/Lernvorgangs
  • Als Begleitung zur Lektüre einer Ganzschrift im Literaturunterricht, z.B. eines Romans: Persönliche Eindrücke zum gerade Gelesenen ( ggf. auch in Verbindung mit einem konkreten produktiven Auftrag (z.B. Tagebuch aus Sicht eines/r ProtagonistIn)
  • Als Plattform für persönliche Kommentare zu kontroversen Themen, die zu Stellungnahmen herausfordern.
  • Als Möglichkeit für schriftliche (Haus-)Aufgaben, in denen Meinung ausgedrückt wird oder die einen kreativen bzw. produktionsorientierten Hintergrund haben. Alle können dann diese Beiträge lesen, kommentieren, gleichzeitig wird durch die Verwendung dieses "Tools" die Medienkompetenz erhöht, die "technische" Umsetzung wie auch einzuhaltende Regeln beim Kommentieren von Beiträgen.
  • Es sollte ein Sinn erkennbar sein (bzw. Aktivitäten stattfinden), warum das elektronische Medium hier besser geeignet ist als das konventionelle Schreiben in einem Heft (z.B. das Kommentieren, konkrete Handlungen im Unterricht, die nur durch die Verfügbarkeit für alle möglich werden, das Öffenliche des Blogs auch für andere Lernende, Klassen, ggf. auch Austauschpartner in anderen Ländern etc.). Sonst werden elektronische Medien zum Selbstzweck und Lernende erkennen nicht ihren möglichen Vorteil (und ggf. auch ihre Nachteile) gegenüber konventionellen Medien.
  • Für mich entscheidend: Lernende sollten im Blog nur zum Schreiben von Inhalten angehalten werden, die eine persönliche Relevanz für den Lernenden haben, wo er/sie also explizit seine/ihre persönliche Meinung, Gefühle, etc. zu einem Gegenstand äußert, weil dies dem Medium eines solchen elektronischen "Tagebuchs" am ehesten entspricht. Das Blog sollte nicht der Ort sein, wo z.B. Aufgaben wie Zusammenfassungen von Texten veröffentlicht werden, denn solche den Lernenden wenig miteinbeziehenden Aufträge entsprechen nicht der Idee dieses "Werkzeugs" und könnten daher eine negative Einstellung zu "Blogs"bewirken.


Donnerstag, 6. Dezember 2007

Aufgabe 6 :: Beispiel 3

Ich finde die Korrektur gut, allerdings muss klar sein, dass das Schreiben von Wörter in Großbuchstaben keine Missverständnisse hervorruft (ich habe keine Erfahrung mit Chatten, aber in einem Seminar wurde einmal bemerkt, dass Großbuchstaben im Chat anschreien bedeuten). Ansonsten ist es gut, dass der Tutor den Satu aufgreift und in richtiger Form wiederholt. Dass der Lernende mit dieserKorrektur zufrieden ist, geht aus seiner Reaktion hervor. Es scheint hier ein Konsens bzw. eine Absprache zu herrschen, dass wichtige Fehler korrigiert werden.
Aufgabe 6, Beispiel 2: Vor dem Einstellen sollen die Texte von einem Partner nochmal Korrektur gelesen werden. War der Blog Hausaufgabe, so erhält der Partner die Aufgabe, ihn anschließend mit Kommentaren zu korrigieren. Anschließend könnten die Beiträge nochmals in Gruppenarbeit auf Fehler überprüft werden, wonach der Autor die Möglichkeit erhält, den Beitrag am Ende korrigiert einzustellen. Wichtige Fehler, auf die die Lernenden aufmerksam machen, die sie nicht selbständig korrigieren können oder die der Lehrkraft auffallen, können dann auch nochmals exemplarisch in der Klasse behandelt werden.
Ich glaube, dass sich die Rolle von Online-Lehrenden von der Rolle Lehrender in Präsenzsituationen in wesentlichen Punkten unterscheidet:

- der Lehrende in einer Präsenzsituation befindet sich in einer "face to face"-Situation, er kann sowohl mittels seiner Stimme, seinem Auftreten und non-verbalen Kommunikationamitteln Einfluss auf die Lernenden nehmen, ebenso kann er am Verhalten der Lernenden, an deren Stimme und non-verbnalen Kommunikationsverhalten, an der Lernatmosphäre etc. direkt feststellen, was geschieht und darauf reagieren. Die Kommunikationssituation bei einer Online-Tutorierung ist eine andere, weil sich die Kommunikation auf geschriebene Sprache reduziert, in welcher es schwieriger ist, solche atmosphärischen Dinge festztustellen. Außerdem ist die Kommunikation in der Regel nicht synchron, sondern zeitversetzt, selbst im Chat ist dies nicht das gleiche wie bei einem "echten" Gespräch. Dies bedeutet für den Tutor, teilweise andere Strategien anzuwenden. So muss er sehr viel mehr Anstrengungen anwenden, die TeilnehmerInnen zum Lernen zu motivieren, weil die Gefahr des "Abspringens" sehr viel größer ist als bei persönlichem regelmäßigen Zusammentreffen. Der Tutor bzw. die Tutorin muss stärker als eine Präsenzlehrkraft versuchen, Lernende zu Kommunikation auch untereinander zu motivieren, entsprechende interessante Themen und Fragen in den Raum stellen usw. Dabei kann er/sie u.U. bewusst vom Vorteil profitieren, das Lernende, die sonst eher scheu sind und nicht gerne vor Gruppen sprechen, zum Reden im virtuellen Raum anhalten. Im Hinblick auf die in Aufgabe 3 beschriebenen "vier ideal-typische Rollen von
Online-Lehrenden
beschrieben" sehe ich tendenziell die letzten beiden ("Facilitator" und "Moderator") als die wichtigeren an, weil diese mehr motivationale bzw. zwischenmenschliche Tätigkeiten ansprechen, die bei einer reinen Online-Kommunikation besonders wichtig sind. "Experte" und "Wissensvermittler" muss ein Lehrender (und das ist ein Tutor ja auch) ohnehin sein.