Reflexionen der Chat-Sitzung
Zunächst möchte ich hervorheben, dass mein Fazit der Chat-bzw. Telelefonkonferenz positiv ausfällt. Für mich fand so überhaupt zum ersten mal ein echter Austausch statt, da mir meine Tutee ja leider nach der "Vorstellungsrunde" nicht mehr zurückgeschrieben hatte. Ich war wirklich beeindruckt, wie gut man sich mit der Studentin aus Hong Kong auf Deutsch unterhalten konnte bzw. wie viel sie doch von dem verstand, was wir sagten (auch wenn ich mir hier nicht immer sicher war; ich wollte jedoch nicht grundsätzlich bei jedem Satz Verständnisfragen stellen). Außerdem war das Gespräch nicht durch eine von außen herangetragene Aufgabe bestimmt, was ich in diesem Fall als äußerst positiv und dienlich empfand.
Ein echtes Problem stellte jedoch die Tatsache dar, dass die Tutee akkustisch nur sehr schlecht zu verstehen war, was auf die starken Hintergrundgeräusche zurückzuführen war.
Um auf den zuvor nicht zustande gekommenen Austausch zurückzukommen: Ich konnte also feststellen, dass durchaus ein Interesse an Kommunikation, also auch eine gewisse Neugier, besteht. Dass dies zuvor nicht zu einer Interaktion führte, führe ich darauf zurück, dass offensichtlich zu Beginn des Austauschs die rein schriftliche Kommunikation sich als eine gewisse Hürde herausgestellt hat. Man darf nicht vergessen, dass es für die zweifellos mit starken Studienanforderungen belasteten Studierenden in Hong Kong einen nicht unerheblichen Aufwand bedeutet, einen Brief auf Deutsch zu verfassen. Hier scheint die Schwelle der notwendigen Motivation, dies zum eigenen Gewinn dennoch zu tun, nicht überwunden worden zu sein. In diesem Zusammenhang muss ich mir auch selbst den Vorwurf machen, nicht adäquat "nachgehakt" zu haben (aber: Ich mache so etwas ja auch zum ersten Mal; ich wollte die Leute auch nicht zwingen, mir zu schreiben). Zudem haben sich möglicherweise auch der starke Aufgabenbezug bzw. die Überforderung durch zu schwierige Antworten dazu unsererseits negativ auf die Motivation ausgewirkt.
Im Nachhinein ist man immer klüger, aber: Man hätte eine derartige Konferenz unbedingt an den Beginn des Austauschs, sozusagen als Auftakt, stellen sollen, und am Ende, vielleicht auch zusätzlich in der Mitte, wiederholen sollen. Das hätte meiner Meinung nach das Interesse und damit die Motivation und Bereitschaft auch im Falle meiner Tutee geweckt, den Austausch auf schriftbasierter Ebene zu führen bzw. auch mehr Vertrauen geschaffen im Hinblick auf das Fragen stellen bzw. die Unterstützung bei den Aufgaben wie auch dem Formulieren von Kritik an zu schwierigen Texten von uns.
In jedem Fall hat das Telefonat dazu geführt, dass mir meine Tutee jetzt regelmäßig schreibt.
Freitag, 8. Februar 2008
Freitag, 18. Januar 2008
Autonomes Lernen
Aufagabe 3:
Beim Angebot des Huber-Verlags geht es weniger um Autonomie als um Formen selbstgesteuerten Lernens. Schaut man sich die Definition von Schmelter an: "Autonomie kann verstanden werden als Fähigkeit des Menschen, selbständig für einen bestimmten Lerngegenstand und/oder für ein bestimmtes Lernziel eine Lernhandlung entwerfen, durchführen und evaluieren zu können", so stellt man fest, dass bei einem solchen Online-Fernlernangebot mit Tutor natürlich keine Rede davon sein kann, dass ein Lerngegenstand selbst entworfen wird: Dieser wird durch die vom Verlag gestellte Online-Lernumgebung beziehungsweise das Angebot vorgegeben. Es ist damit auch nicht selbstorganisiert, weil "auf fremdgesteuerte Ressourcen" zurückgegriffen oder sich in "fremdbestimmte Lernzusammenhänge" begeben wird. Autonomie bezieht sich hier mehr auf eine räumliche und zeitliche Autonomie des Kunden von traditionellen Institutionen beziehungsweise eine freihere Wahl im Hinblick auf seine Präferenzen. Selbstgesteuert ist das Lernen jedoch insofern, als dass es "(in hohem Maße) aus genuinen Interessen und Bedürfnissen der lernenden Personen hervorgeht". Zudem verweisen Schmenk und Schmelter auch darauf, "dass auch in fremdgesteuerten Kontexten selbstgesteuert gelernt werden kann". Inwieweit "selbstregulierendes Lernen" stattfindet, hängt sicher individuell von der Lernumgebung, den Aufgaben etc. ab. Zum einen muss jemand, der aus eigener Initiative Online-Sprachkurse besucht, eine hohe Motivation mitbringen und, um erfolgreich zu sein, auch über gewisse Strategien verfügen. Andererseits ist es Aufgabe des Online-Tutors, ihn dabei zu unterstützen, ihn zu motivieren und ihm Strategien zu vermitteln - was dann aber eine "Fremdregulierung" darstellt.
Samstag, 5. Januar 2008
Zu kooperativem Lernen, Aufgabe 3:
E-mail-Tandem-Network Bochum: Hierbei handelt es sich um ein gänzlich offenes Angebot; man einigt sich mit dem Tandempartner selbst auf Themen, die einem interessieren, korrigiert sich gegenseitig. Sofern ein solcher Austausch in dem Sinne funktioniert, dass man sich etwas zu sagen hat, ist er sicherlich besonders förderlich, vielleicht sogar ideal, da es sich um eine natürliches, intrinsisches Lernen handelt, ohne die Künstlichkeit und den Zwang einer Lehrer-Schüler-Interaktion bzw. Unterrichtssituation.
Nachteile können sein, dass in dem Falle, dass die Tandem-PartnerInnen nicht gleich ins Gespräch kommen, das fehlende Einbringen adäquater Themen durch eine/n TutorIn zu einem Kommunuikationsabbruch führt. Mangelnde didaktisch fundierte Unterstützung bei der Fehlerkorrektur kann ebenfals ein Problem der Offenheit dieses Angebots sein.
E-mail Klassenpartnerschaften / Projekte (R. Donath): Hierbei handelt es sich immer noch um ein relativ offenes Szenario, weil eigentlich nur ein Rahmen vorgegeben wird, indem sich die Klassen bewegen und der sich weitgehend auf organisatorische und zeitliche Aspekte beschränkt. Ein solcher Rahmen ist im Hinblick auf größere Lerngruppen, hier also Schulklassen, meines Erachtens unabdingbar. Was tatsächlich Gegenstand des Austauschs ist, kann jedoch im Einzelfall ausgehandelt werden; die Vorgaben sind relativ offen, die Steuerung hängt dann davon ab, inwiefern die Lehrkräfte die Themen vorgeben bzw. inwiefern diese von den Lernenden selbst bestimmt werden.
Interaktive Schreibwerkstatt von JETZT- Deutsch-lernen:
Dieses Angebot gibt ebenfalls zunächst nur einen Rahmen vor, nämlich den, in einer "interaktiven Schreibwerkstatt" mit anderen Deutschlernenden gemeinsam "kreative Texte" zu verfassen. Thematisch ist man allerdings auf "aktuelle Aufgaben" festgelegt; momentan werden hierzu zwei Geschichten angeboten, an deren kreativer Fortsetzung man sich als Lernender beteiligen kann. Auch wenn durch die bereits begonnene Geschichte eine gewisse thematische Steuerung vorliegt, ein Lernender also nicht beliebig ein neues Thema beginnen kann bzw. sollte: Da es sich explizit um kreative Schreibprozesse handelt, bleibt dennoch eine große Offenheit gewahrt, denn selbst bei thematischer Vorgabe sind die Lernenden letztlich frei, dazu zu schreiben, was ihnen einfällt.
("The new Tanuki" ist laut Internetseite nicht mehr online.)
E-mail-Tandem-Network Bochum: Hierbei handelt es sich um ein gänzlich offenes Angebot; man einigt sich mit dem Tandempartner selbst auf Themen, die einem interessieren, korrigiert sich gegenseitig. Sofern ein solcher Austausch in dem Sinne funktioniert, dass man sich etwas zu sagen hat, ist er sicherlich besonders förderlich, vielleicht sogar ideal, da es sich um eine natürliches, intrinsisches Lernen handelt, ohne die Künstlichkeit und den Zwang einer Lehrer-Schüler-Interaktion bzw. Unterrichtssituation.
Nachteile können sein, dass in dem Falle, dass die Tandem-PartnerInnen nicht gleich ins Gespräch kommen, das fehlende Einbringen adäquater Themen durch eine/n TutorIn zu einem Kommunuikationsabbruch führt. Mangelnde didaktisch fundierte Unterstützung bei der Fehlerkorrektur kann ebenfals ein Problem der Offenheit dieses Angebots sein.
E-mail Klassenpartnerschaften / Projekte (R. Donath): Hierbei handelt es sich immer noch um ein relativ offenes Szenario, weil eigentlich nur ein Rahmen vorgegeben wird, indem sich die Klassen bewegen und der sich weitgehend auf organisatorische und zeitliche Aspekte beschränkt. Ein solcher Rahmen ist im Hinblick auf größere Lerngruppen, hier also Schulklassen, meines Erachtens unabdingbar. Was tatsächlich Gegenstand des Austauschs ist, kann jedoch im Einzelfall ausgehandelt werden; die Vorgaben sind relativ offen, die Steuerung hängt dann davon ab, inwiefern die Lehrkräfte die Themen vorgeben bzw. inwiefern diese von den Lernenden selbst bestimmt werden.
Interaktive Schreibwerkstatt von JETZT- Deutsch-lernen:
Dieses Angebot gibt ebenfalls zunächst nur einen Rahmen vor, nämlich den, in einer "interaktiven Schreibwerkstatt" mit anderen Deutschlernenden gemeinsam "kreative Texte" zu verfassen. Thematisch ist man allerdings auf "aktuelle Aufgaben" festgelegt; momentan werden hierzu zwei Geschichten angeboten, an deren kreativer Fortsetzung man sich als Lernender beteiligen kann. Auch wenn durch die bereits begonnene Geschichte eine gewisse thematische Steuerung vorliegt, ein Lernender also nicht beliebig ein neues Thema beginnen kann bzw. sollte: Da es sich explizit um kreative Schreibprozesse handelt, bleibt dennoch eine große Offenheit gewahrt, denn selbst bei thematischer Vorgabe sind die Lernenden letztlich frei, dazu zu schreiben, was ihnen einfällt.
("The new Tanuki" ist laut Internetseite nicht mehr online.)
Zu kooperativem Lernen, Aufgabe 2:
Die Gegenüberstellung ist in der Tat sehr plakativ und in dieser Form übertrieben. Sie stellt auf der einen Seite eine Idealform der Gruppenarbeit unter dem Begriff "kooperatives Lernen" dar, während sie unter dem Schlagwort der "herkömmliche Gruppenarbeit" alle Probleme aufzählt, die diese Sozialform mit sich bringen kann. Man hat hier ein wenig den Eindruck, dass "kooperatives Lernen " auch so etwas wie ein pädagogischer Modebegriff ist, der Gruppenarbeit mit dem Prädikat der lernpsychologischen Wissenschaftlichkeit zum neuen Allheilmittel im Hinblick auf die Vermittlung der ebenso pädagogisch modischen "social skills" erhebt. Dabei wird vergessen, dass das, was hier auf der Tabellenseite des kooperativen Lernens beschrieben wird, Kompetenzen bei LehrerInnen wie SchülerInnen voraussetzt, die auch erst einmal erlernt werden müssen: Funktionierende Gruppenarbeiten sind auch ein Lernprozess: Lernende, die nie damit konfrontiert waren, werden diese Prinzipien ebensowenig auf Anhieb umsetzen können wie Lehrkräfte, die bislang nur auf traditonelle Methoden gesetzt haben. Diese Gegenüberstellung ist problematisch, weil sie suggiert, dass man eine Gruppenarbeit nur als "kooperatives Lernen" ausgeben muss, und dann tritt keines der in der linken Hälfte angesprochenen Probleme auf. Das ist natürlich Unsinn,
diese Probleme werden genauso auftreten, wenn eine Lerngruppe nicht mit dem Prinzip der Gruppenarbeit bzw. des kooperativen Lernens vertraut ist. Wenn das kooperative Lernen in der beschriebenen Form einmal funktioniert, dann mag eine solche Gegenüberstellung zu nicht durchdachter Gruppenarbeit im traditonellen Sinne ihre Berechtigung haben.
Die Gegenüberstellung ist in der Tat sehr plakativ und in dieser Form übertrieben. Sie stellt auf der einen Seite eine Idealform der Gruppenarbeit unter dem Begriff "kooperatives Lernen" dar, während sie unter dem Schlagwort der "herkömmliche Gruppenarbeit" alle Probleme aufzählt, die diese Sozialform mit sich bringen kann. Man hat hier ein wenig den Eindruck, dass "kooperatives Lernen " auch so etwas wie ein pädagogischer Modebegriff ist, der Gruppenarbeit mit dem Prädikat der lernpsychologischen Wissenschaftlichkeit zum neuen Allheilmittel im Hinblick auf die Vermittlung der ebenso pädagogisch modischen "social skills" erhebt. Dabei wird vergessen, dass das, was hier auf der Tabellenseite des kooperativen Lernens beschrieben wird, Kompetenzen bei LehrerInnen wie SchülerInnen voraussetzt, die auch erst einmal erlernt werden müssen: Funktionierende Gruppenarbeiten sind auch ein Lernprozess: Lernende, die nie damit konfrontiert waren, werden diese Prinzipien ebensowenig auf Anhieb umsetzen können wie Lehrkräfte, die bislang nur auf traditonelle Methoden gesetzt haben. Diese Gegenüberstellung ist problematisch, weil sie suggiert, dass man eine Gruppenarbeit nur als "kooperatives Lernen" ausgeben muss, und dann tritt keines der in der linken Hälfte angesprochenen Probleme auf. Das ist natürlich Unsinn,
diese Probleme werden genauso auftreten, wenn eine Lerngruppe nicht mit dem Prinzip der Gruppenarbeit bzw. des kooperativen Lernens vertraut ist. Wenn das kooperative Lernen in der beschriebenen Form einmal funktioniert, dann mag eine solche Gegenüberstellung zu nicht durchdachter Gruppenarbeit im traditonellen Sinne ihre Berechtigung haben.
Zu kooperativem Lernen, Aufgabe 1:
Bei der Frage, welche Besonderheiten sich beim "kooperativen Lernen" im Hinblick auf netzgestützten Lernszenarien ergeben, ist zunächst zu präzisieren, was damit genau gemeint ist: Handelt es sich um eine Form der Gruppenarbeit wie in inserem "Elektronischen Praktikum", wo zwei Gruppen via Internet miteinander (mehr oder weniger) interagieren, oder handelt es sich um eine form kooperativen Lernens, in der alle TeilnehmerInnen nur über das Netz miteinander verbunden sind? Im ersten Fall, wo eine Gruppe gemeinam etwas erarbeitet, also letztlich in einer "traditionellen" Präsenzsituation, und dann netzbasiert mit einer anderen Gruppe interagiert, sind die Unterschiede zu "normalem" Präsenzunterricht hinsichtlich der Prinzipien kooperativen Lernens meiner Meinung nach nicht wesentlich, denn die tatsächliche Gruppenarbeit findet ja nicht in einem virtuellen Raum statt. Sind die Gruppenmitglieder jedoch an unterschiedlchen Ort und bilden nur via Internet eine kooperative Gemeinschaft, ergibt sich natülich eine völlig andere Situation. Auf diese Situation möchte ich im Folgenden genauer eingehen:
Ein Element des kooperativen Lernens fällt dann nämlich bereits komplett weg, die "face-to-facce-Interaktion." Der als Vorteil des Präsenzunterrichts beschriebene und sehr einsichtige Aspekt, dass " wenn sich Gruppenmitglieder in solch unmittelbarer Nähe zueinander befinden und so miteinander reden, dass dauerhafter Fortschritt gefördert wird", muss dann durch die Aufforderung reger Kommunikation über virtuelle Kanäle, und zwar bevorzugt synchrone, gleichzeitige wie "Chat", ersetzt werden, wobei ich hier der Meinung hin, dass dies bezüglich der Idee von Gruppenarbeit tatsächlich nur ein "Ersatz" und keine als gleichwertig zu betrachtende Kommunikationssituation ist. Umso mehr muss der/die LehrerIn bzw. TutorIn die Lernenden auffordern, ihr gemeinsames Ziel zunächst über E-mail, Forum, Blog etc. in Form von Vorschläge auszuhandeln, spätestens dann aber im Chat zu diskutieren. Sonst ist das Ergebnis das, was die Realität vieler Gruppenarbeiten kennzeichnet (und wie man es z.B. auch von der Uni kennt): Jeder erledigt eine Aufgabe (die meist im Hinblick auf den Umfang noch sehr ungleich verteilt sind). Auch wenn natürlich eine Verteilung von Aufgaben Grundprinzip jeder Gruppenarbeit ist, ist das bloße separate Bearbeiten einzelner Teile ohne Diskussion aber in Wirklichkeit keine Gruppenarbeit, sondern nichts anderes als Einzelarbeit, die folglich auch keine der beschriebenen sozialen "skills" fördert. Die Gefahr, dass dieses Problem bei einer netzgestützen Gruppenarbeit auftritt, ist deutlich höher als bei einer Präsenzarbeit, weil die Möglichkeiten direkter Kommunikation über den Gegenstand im Kontrast zur Präsenzsituation eingeschränkt sind. Daher besteht hier eine besondere aufgabe der Lehrkraft darin, diesem Problem entgegenzuwirken und Kommunikation, gemeinsame Zielfindung und vor allem gemeinsame Verantwortlickeit für ein gemeinsames Ergebnis zu fördern.
Insgesamt glaube ich daher, dass Gruppenarbeit zwar netzbasiert sehr wohl auch möglich ist und erfolgreich sein kann, dass aber im Hinblick auf ein bzw. das zentrale Ziel kooperativen Lernens, nämlich der Aspekt sozialen Lernens, virtuelle Lernsituationen nicht an das Lernpotential von Präsenzsituation herankommen, wo das soziale Miteinander permanent im Mittelpunkt steht und man auch nicht einfach den Comuter ausschalten kann, wenn man keine Lust mehr hat. Demgegenüber ist es natürlich ein besonderer Erfolg, wenn es einer Gruppe, die nur "virtuell" eine Gemeinschaft bildet, gelingt, eine Gruppenarbeit erfolgreich durchzuführen.
Ein Vorteil gegenüber Präsenzsituationen ist, dass die Lehrkraft bei netzgestützter Arbeit genau sehen kann, wer etwas eingestellt hat: Das bekannte Problem bei Gruppenarbeiten, dass einer oder ein Teil der Gruppe alles macht und andere gar nichts, ist so leichter kontrollierbar.
Bei der Frage, welche Besonderheiten sich beim "kooperativen Lernen" im Hinblick auf netzgestützten Lernszenarien ergeben, ist zunächst zu präzisieren, was damit genau gemeint ist: Handelt es sich um eine Form der Gruppenarbeit wie in inserem "Elektronischen Praktikum", wo zwei Gruppen via Internet miteinander (mehr oder weniger) interagieren, oder handelt es sich um eine form kooperativen Lernens, in der alle TeilnehmerInnen nur über das Netz miteinander verbunden sind? Im ersten Fall, wo eine Gruppe gemeinam etwas erarbeitet, also letztlich in einer "traditionellen" Präsenzsituation, und dann netzbasiert mit einer anderen Gruppe interagiert, sind die Unterschiede zu "normalem" Präsenzunterricht hinsichtlich der Prinzipien kooperativen Lernens meiner Meinung nach nicht wesentlich, denn die tatsächliche Gruppenarbeit findet ja nicht in einem virtuellen Raum statt. Sind die Gruppenmitglieder jedoch an unterschiedlchen Ort und bilden nur via Internet eine kooperative Gemeinschaft, ergibt sich natülich eine völlig andere Situation. Auf diese Situation möchte ich im Folgenden genauer eingehen:
Ein Element des kooperativen Lernens fällt dann nämlich bereits komplett weg, die "face-to-facce-Interaktion." Der als Vorteil des Präsenzunterrichts beschriebene und sehr einsichtige Aspekt, dass " wenn sich Gruppenmitglieder in solch unmittelbarer Nähe zueinander befinden und so miteinander reden, dass dauerhafter Fortschritt gefördert wird", muss dann durch die Aufforderung reger Kommunikation über virtuelle Kanäle, und zwar bevorzugt synchrone, gleichzeitige wie "Chat", ersetzt werden, wobei ich hier der Meinung hin, dass dies bezüglich der Idee von Gruppenarbeit tatsächlich nur ein "Ersatz" und keine als gleichwertig zu betrachtende Kommunikationssituation ist. Umso mehr muss der/die LehrerIn bzw. TutorIn die Lernenden auffordern, ihr gemeinsames Ziel zunächst über E-mail, Forum, Blog etc. in Form von Vorschläge auszuhandeln, spätestens dann aber im Chat zu diskutieren. Sonst ist das Ergebnis das, was die Realität vieler Gruppenarbeiten kennzeichnet (und wie man es z.B. auch von der Uni kennt): Jeder erledigt eine Aufgabe (die meist im Hinblick auf den Umfang noch sehr ungleich verteilt sind). Auch wenn natürlich eine Verteilung von Aufgaben Grundprinzip jeder Gruppenarbeit ist, ist das bloße separate Bearbeiten einzelner Teile ohne Diskussion aber in Wirklichkeit keine Gruppenarbeit, sondern nichts anderes als Einzelarbeit, die folglich auch keine der beschriebenen sozialen "skills" fördert. Die Gefahr, dass dieses Problem bei einer netzgestützen Gruppenarbeit auftritt, ist deutlich höher als bei einer Präsenzarbeit, weil die Möglichkeiten direkter Kommunikation über den Gegenstand im Kontrast zur Präsenzsituation eingeschränkt sind. Daher besteht hier eine besondere aufgabe der Lehrkraft darin, diesem Problem entgegenzuwirken und Kommunikation, gemeinsame Zielfindung und vor allem gemeinsame Verantwortlickeit für ein gemeinsames Ergebnis zu fördern.
Insgesamt glaube ich daher, dass Gruppenarbeit zwar netzbasiert sehr wohl auch möglich ist und erfolgreich sein kann, dass aber im Hinblick auf ein bzw. das zentrale Ziel kooperativen Lernens, nämlich der Aspekt sozialen Lernens, virtuelle Lernsituationen nicht an das Lernpotential von Präsenzsituation herankommen, wo das soziale Miteinander permanent im Mittelpunkt steht und man auch nicht einfach den Comuter ausschalten kann, wenn man keine Lust mehr hat. Demgegenüber ist es natürlich ein besonderer Erfolg, wenn es einer Gruppe, die nur "virtuell" eine Gemeinschaft bildet, gelingt, eine Gruppenarbeit erfolgreich durchzuführen.
Ein Vorteil gegenüber Präsenzsituationen ist, dass die Lehrkraft bei netzgestützter Arbeit genau sehen kann, wer etwas eingestellt hat: Das bekannte Problem bei Gruppenarbeiten, dass einer oder ein Teil der Gruppe alles macht und andere gar nichts, ist so leichter kontrollierbar.
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