Freitag, 8. Februar 2008

Reflexionen der Chat-Sitzung

Zunächst möchte ich hervorheben, dass mein Fazit der Chat-bzw. Telelefonkonferenz positiv ausfällt. Für mich fand so überhaupt zum ersten mal ein echter Austausch statt, da mir meine Tutee ja leider nach der "Vorstellungsrunde" nicht mehr zurückgeschrieben hatte. Ich war wirklich beeindruckt, wie gut man sich mit der Studentin aus Hong Kong auf Deutsch unterhalten konnte bzw. wie viel sie doch von dem verstand, was wir sagten (auch wenn ich mir hier nicht immer sicher war; ich wollte jedoch nicht grundsätzlich bei jedem Satz Verständnisfragen stellen). Außerdem war das Gespräch nicht durch eine von außen herangetragene Aufgabe bestimmt, was ich in diesem Fall als äußerst positiv und dienlich empfand.
Ein echtes Problem stellte jedoch die Tatsache dar, dass die Tutee akkustisch nur sehr schlecht zu verstehen war, was auf die starken Hintergrundgeräusche zurückzuführen war.
Um auf den zuvor nicht zustande gekommenen Austausch zurückzukommen: Ich konnte also feststellen, dass durchaus ein Interesse an Kommunikation, also auch eine gewisse Neugier, besteht. Dass dies zuvor nicht zu einer Interaktion führte, führe ich darauf zurück, dass offensichtlich zu Beginn des Austauschs die rein schriftliche Kommunikation sich als eine gewisse Hürde herausgestellt hat. Man darf nicht vergessen, dass es für die zweifellos mit starken Studienanforderungen belasteten Studierenden in Hong Kong einen nicht unerheblichen Aufwand bedeutet, einen Brief auf Deutsch zu verfassen. Hier scheint die Schwelle der notwendigen Motivation, dies zum eigenen Gewinn dennoch zu tun, nicht überwunden worden zu sein. In diesem Zusammenhang muss ich mir auch selbst den Vorwurf machen, nicht adäquat "nachgehakt" zu haben (aber: Ich mache so etwas ja auch zum ersten Mal; ich wollte die Leute auch nicht zwingen, mir zu schreiben). Zudem haben sich möglicherweise auch der starke Aufgabenbezug bzw. die Überforderung durch zu schwierige Antworten dazu unsererseits negativ auf die Motivation ausgewirkt.
Im Nachhinein ist man immer klüger, aber: Man hätte eine derartige Konferenz unbedingt an den Beginn des Austauschs, sozusagen als Auftakt, stellen sollen, und am Ende, vielleicht auch zusätzlich in der Mitte, wiederholen sollen. Das hätte meiner Meinung nach das Interesse und damit die Motivation und Bereitschaft auch im Falle meiner Tutee geweckt, den Austausch auf schriftbasierter Ebene zu führen bzw. auch mehr Vertrauen geschaffen im Hinblick auf das Fragen stellen bzw. die Unterstützung bei den Aufgaben wie auch dem Formulieren von Kritik an zu schwierigen Texten von uns.
In jedem Fall hat das Telefonat dazu geführt, dass mir meine Tutee jetzt regelmäßig schreibt.

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